
Es ist leicht, die Teamkultur zu loben, wenn alles eitel Sonnenschein ist. Habt ihr eure Ziele erreicht? Plötzlich sind alle beste Freunde. Läuft das Projekt reibungslos? Dann heißt es: Gruppenumarmung. Aber in einer unserer Folgen von Tribe Talksweist der erfahrene Teamführungsspezialist und Autor Les Murray auf eine harte Wahrheit hin:
Deine wahre Teamkultur zeigt sich erst richtig, wenn alles schiefgeht.
Kultur ist nicht das, was an deiner Bürowand steht; es sind die unsichtbaren Verhaltensregeln, die bestimmen, wie sich dein Team verhält, wenn eine Frist verpasst wird, der Druck groß ist und niemand zusieht.
Wenn du ein Team willst, das nicht schon beim ersten Anzeichen von Chaos auseinanderfällt, musst du diese Fähigkeiten schon aufbauen, bevor der Sturm losbricht. Hier ist Les’ Spickzettel, wie du das hinbekommst.
Les hat in völlig unterschiedlichen Bereichen gearbeitet, von innovativen Biotech-Start-ups bis hin zu riesigen Luft- und Raumfahrtkonzernen. Seine wichtigste Erkenntnis? Die Branche verändert sich, aber die Grundstruktur eines leistungsstarken Teams bleibt immer gleich.
Jedes erfolgreiche Team, egal welches Logo auf den Tassen steht, ruht auf drei unverzichtbaren Säulen:
Wenn dein Team Probleme hat, gib nicht gleich den Leuten die Schuld. Überprüf erst mal die Grundlagen. Sind die Grundregeln klar, oder improvisieren alle einfach drauflos?

Eines von Les’ praktischsten Konzepten zur Führungskräfteentwicklung ist seine Einteilung des menschlichen Potenzials in drei unterschiedliche Denkweisen. Das Geheimnis für eine gesunde Unternehmenskultur liegt nicht darin, nur einen Typ einzustellen, sondern die richtige Denkweise an die aktuelle Wachstumsphase deines Unternehmens anzupassen.
Reibungspunkte entstehen, wenn du deine Leute falsch einsetzt. Wenn du einen „Mäher“ in ein chaotisches, sich ständig veränderndes Startup-Umfeld steckst, wird er ausbrennen. Wenn du einen „Säer“ zwingst, eine vorhersehbare, starre Produktionslinie zu leiten, wird er kündigen. Passe die Denkweise an die Aufgabe an.
Wenn Führungskräfte eine angeschlagene Abteilung übernehmen oder eine unternehmensweite Umstrukturierung in Angriff nehmen, ist ihr erster Impuls, schnell zu handeln und dabei auch mal etwas zu verändern. Sie wollen schnelle Erfolge, um ihren Wert unter Beweis zu stellen.
Das ist genau das Gegenteil von dem, was man normalerweise erwartet: Langsam werden, um schneller voranzukommen. Vertrauen ist das erste Anzeichen für ein gesundes Team, und das lässt sich nicht einfach aus der Mikrowelle zaubern. Sich Zeit zu nehmen, um zuzuhören, sich darüber zu verständigen, wie Erfolg aussieht, und tatsächlich eine zwischenmenschliche Verbindung aufzubauen, mag langsam erscheinen – aber es bewahrt euch vor genau der Art von Katastrophen, die zu peinlichen Vollversammlungen führen.

Ohne eine Kultur des direkten, ehrlichen Feedbacks kann es kein leistungsstarkes Team geben. In Anlehnung an Kim Scotts Modell der „Radical Candor“ betont Les, dass Feedback niemals wie ein persönlicher Angriff wirken sollte; es sollte vielmehr ein Zeichen der Fürsorge sein.
Aber Offenheit braucht eine Grundlage aus tiefem psychologische Sicherheit. Wenn dein Team Angst davor hat, sich lächerlich zu machen oder einen Fehler zu begehen, wird es höfliches Schweigen der hilfreichen Wahrheit vorziehen. Hier müssen Führungskräfte den Anfang machen. Zeige dich verletzlich, gib deine eigenen Fehltritte zu und richte Feedback ausschließlich auf Verhaltensweisen und Ideen aus – niemals auf persönliche Eigenschaften.
Der Aufbau einer widerstandsfähigen, leistungsstarken Unternehmenskultur ist eine anspruchsvolle, strategische Aufgabe. Sie erfordert von Führungskräften, ihr Ego beiseite zu lassen, ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu entwickeln und den Fokus stark auf emotionale Intelligenz statt auf reine Kennzahlen zu legen.
Willst du das noch weiter vertiefen?
Erfahre auf unserer „Über uns“-Seite mehr darüber, wie wir dabei helfen, eine leistungsstarke Teamdynamik aufzubauen.

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